Ergänzende Angaben zur
Werdegangbeschreibung der Sommergerste „Pirona“
Pirona ist eine spelzenfreidreschende Sommergerste, die aus der Kreuzung HB334//PI268183/Nackta hervorgegangen ist. PI268183 war eine genetische Ressource aus der Genbank Aberdeen/Idaho/USA die von Karl-Josef Müller im Jahr 1990 gekreuzt wurde mit der Sorte Nackta, die in Deutschland 1969 zugelassen worden war. Ein aus dieser Kreuzung in Darzau hervorgegangener Zuchtstamm wurde im Jahr 2000 mit HB334, einem Zuchtstamm aus Kanada, gekreuzt. Der Anbau der ersten Generation nach der letzten Kreuzung fand auf dem Demeter-Betrieb von Ian Henderson in Neuseeland statt. Danach erfolgte die weitere Selektion auf Grundlage der Stammbaum-Methode auf den Flächen der Biobetriebe im Umfeld von Darzau. Die biologisch-dynamischen Präparate wurden und werden in Züchtung und Erhaltungszüchtung angewandt.
Der Entschluss, die Sorte durch Zulassung dem Ökologischen Landbau verfügbar zu machen, entstand aufgrund des sehr guten Abschneidens im Rahmen von bundesweiten Sortenversuchen, die 2009 gefördert vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau im Rahmen des Netzwerks Ökologische Pflanzenzüchtung stattfinden konnten.
Am 20.12.2012 wurde Pirona unter der BSA-Kenn-Nr. GS 2603 vom Bundessortenamt zugelassen.
Es wurden und werden von der Getreidezüchtungsforschung Darzau grundsätzlich immer die biologisch-dynamischen Spritzpräparate Hornmist und Hornkiesel angewendet. Seit 2009 wird Hornmist nach der Fertigstellung noch für mindestens sechs Wochen bis zu maximal einem Jahr vor der Anwendung in einem Tontopf mit den biologisch-dynamischen Kompostpräparaten behandelt. Dieses modifizierte Hornmistpräparat wird unmittelbar in den Tagen nach der Aussaat auf den Zuchtflächen ausgebracht. Die Auswahl der Zuchtflächen findet in Absprache mit den jeweiligen Betrieben statt, in deren Fruchtfolge die Fläche eingebettet ist.
Die Angaben zur Werdegangbeschreibung wurden von Karl-Josef Müller verfasst.