Wintererbsen-Sortenvergleiche in Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück

Da es an praxisrelevanten Aussagen zur Eignung von verschiedenen Wintererbsentypen unter ökologischer Bewirtschaftung in Niedersachsen mangelt, werden in der Vegetation 2017/18 an einem Standort der Hochschule Osnabrück die Handelssorten Dexter, Kolinda, Leguan, Balkan, Specter, Pandora, Karolina und Nischkes, sowie 26 Zuchtstämme der Getreidezüchtungsforschung Darzau, plus 7 Kombinationen von jeweils 1/3 vollblättriger und 2/3 rankender Typen von zueinander passender Pflanzenlänge in Kombination mit der Wintertriticalesorte Agostino angebaut. Agostino wurde mit 150 Korn/m² und die Wintererbsen mit 50 Korn/m² eingewogen. Die Handelssorten wurden mit vier, die Zuchtstämme mit jeweils zwei Wiederholungen in den Versuch integriert, so dass insgesamt 100 Ertragsparzellen zur Aussaat kamen. Die Ertragsauswertung erfolgt dann über ein geostatistisches Verfahren, welches auf der Basis der unterschiedlichen Anzahl Wiederholungen die beste Genauigkeit für beide Gruppen (mit 2 bzw. 4 Wdh.) erzielen kann und dabei Synergien nutzt.

Es soll untersucht werden, ob ein Mischanbau von 2/3 rankenden mit 1/3 vollblättrigen Erbsen im Hinblick auf Ertrag, Standfestigkeit und Beikrautunterdrückung die bessere Lösung für die Praxis als ein Reinanbau sein könnte. Aus dem Vergleich verfügbarer Handelssorten sollen Sortenempfehlungen für die Praxis abgeleitet werden. Nicht zuletzt soll anhand des erweiterten Spektrums von Zuchtstämmen, die gegebenenfalls im Anschluss nutzbar gemacht werden können, geprüft werden, ob andere morphologische Typen als die bisher verfügbaren für den ökologischen Anbau besser geeignet wären. Das Spektrum umfasst daher Unterschiede hinsichtlich Pflanzenlänge, Blühbeginn und Korngröße.

Die Vorbereitung der Versuche (Bestellung von Handelssortensaatgutproben, Probenvorbereitung, Versuchsplan, Einwaage, Versand) erfolgt durch die Getreidezüchtungsforschung Darzau. Die Versuchsdurchführung von der Aussaat bis zur Ernte liegt in der Hand des Versuchsstandortes Waldhof. An Bonituren vorgesehen sind 1.Stand vor Winter, 2.Stand nach Winter bzgl. Winterhärte im März, 3.Stand nach Winter bzgl. Wechselfrostempfindlichkeit, 4.Kulturdeckungsgrad als Beikrautkonkurrenz, 5.Stängel- und Blattkrankheiten, 6.Blühbeginn, 7.Pflanzenlänge, 8.Bestandeshöhe Blühende, 9.Standfestigkeit, 10.Bestandeshöhe Druschreife. Nach Drusch und ggf. Trocknung wird die Ernte an die Getreidezüchtungsforschung Darzau übermittelt. Dort erfolgt die Separierung in Erbsen und Triticale, die Ertragsfeststellung und Probenaufbereitung/-reinigung, sowie die TKG-Bestimmung und die Rohproteinschätzung mittels NIRS. Nicht zuletzt werden dort die Daten ausgewertet, die Ergebnisse zusammengefasst und ein Bericht verfasst, der an dieser Stelle veröffentlicht werden soll.

Es ist vorgesehen, dass die Versuche im Zusammenhang mit dem öffentlichen Öko-Feldtag vor Ort, zu dem von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen eingeladen wird, vorgestellt werden.

Gefördert wird dieses Vorhaben vom Land Niedersachsen.