Mit der Entwicklung von neuen angepassten Sorten sind aber auch noch ganz andere Fragen verbunden. So zum Beispiel, wie diese Sorten, die ausschließlich unter ökologischen Bedingungen entwickelt wurden, überhaupt in den großflächigen Anbau kommen können. Denn allzu oft verhinderten Weizenkrankheiten, wie der über das Saatgut übertragene Weizenflugbrand ein Inverkehrbringen von Saatgut. Denn schon drei flugbrandkranke Ähren führen zur Aberkennung von Saatgut. Um das Problem der saatgutübertragbaren Krankheiten zu bearbeiten, die im ökologischen Landbau und der ökologischen Saatgutwirtschaft durch den Verzicht auf chemische Beizmittel wieder zum Problem geworden sind oder werden können, wird mit erheblichem Aufwand an resistenten Sorten gearbeitet. Dies setzt viele Vorarbeiten voraus, wie etwa die Prüfung von Weizensorten auf Anfälligkeit, um für Kreuzungen die richtigen Eltern finden zu können. Dieses Beispiel zeigt, es sind auch Fragestellungen zu bearbeiten, die eigentlich Grundlagenforschung sind. Sie machen die Getreidezüchtung Darzau zur Getreidezüchtungsforschung Darzau. Die bearbeiteten Fragen gehen dabei oft über das reine Züchten hinaus. So stellt sich weitergehend die Frage, wie auch der Anbau selbst optimiert werden kann. Mit Aussaattermin und Aussaatstärke stehen dem Landwirt weitere Instrumentarien zur Verfügung, um seinen Anbau zu optimieren. Diese Fragestellungen wurden in einem Saatzeitversuch untersucht.
Diese wenigen Beispiele zeigen, dass wir unsere Aufgaben nicht nur in der Entwicklung neuer Weizensorten sehen, sondern im ganz umfassenden Sinne die Grundlagen zu schaffen versuchen, die einen ökologischen Winterweizenanbau auf diesen Standorten verbessern können.
Verschiedene Ergebnisse zum Winterweizen aus der Forschungs- und Züchtungsarbeit der Getreidezüchtungsforschung Darzau möchten wir Ihnen im Folgenden vorstellen.